
Jahrgang 2025
Frankreich·Bordeaux·Saint-Emilion Grand Cru
97
In deiner Sammlung? Schon verkostet? Passt er zu dir? — Dein Bezug zu diesem Wein erscheint hier, sobald du angemeldet bist.
Anmelden — du kommst direkt hierher zurückDer 2025er zeigt sich schon im Fassmuster kraftvoll und dicht gebaut. Die Lese erstreckte sich vom 12. bis 22. September, was auf reifes, gesundes Traubengut schliessen lässt. Am Gaumen ist der Wein voluminös und konzentriert, mit einem Kern aus dunklen Beeren, Pflaumen und einer würzigen Lakritznote, unterlegt von Röstaromen und einem Hauch Minze. Der Abgang ist lang und schichtenreich, mit feinem Salzanklang, der dem Wein Frische verleiht. Mit 13.8 Volumenprozent Alkohol ist dies ein Wein für die lange Lagerung.
Bordeaux 2025
Ein heisser, trockener Sommer, Regen zur richtigen Zeit Ende August und noch einmal eine kleinere Ernte als im Vorjahr. Aus dem Fass zeigt der Jahrgang Konzentration bei moderatem Alkohol und auffallender Frische — beurteilt ist er noch nicht.
Am 17. November 1705 heiratete Louis Malet de Roquefort Isabeau de Bonneau, Tochter des Saint-Émilion-Bürgermeisters und Gaffelière-Besitzers Hélie de Bonneau — seither führt die Familie Malet Roquefort das Gut, wie es die eigene Chronik des Hauses festhält. Der Name geht auf das 11. Jahrhundert zurück: Aussätzige, «Gaffets» genannt nach den Gehstöcken («Gaffes»), die sie brauchten, fanden hier ausserhalb der Stadtmauern Zuflucht in einem Leprosenhaus, auf dessen Grundmauern das heutige Château steht. 1969 kamen im Weinberg die Mosaike einer gallo-römischen Villa zum Vorschein, die Rebbau auf diesem Boden bis ins 4. Jahrhundert zurückverfolgen lassen — Spuren, die manche mit dem Landsitz des Dichterkonsuls Ausonius in Verbindung bringen, dem Namensgeber des benachbarten Château Ausone. Das Gut liegt im «goldenen Dreieck» zwischen den Hügeln von Pavie und Ausone, auf Kalk- und Lehmböden, die einem von Merlot geprägten Verschnitt mit Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon Struktur geben. 1959 kam Léo de Malet Roquefort zu seiner ersten Ernte nach La Gaffelière, 2011 holte er seinen Sohn Alexandre dazu; nach rund 15-jähriger Neuausrichtung führt Alexandre das Gut heute zusammen mit seinen Geschwistern Bérangère und Guillaume als Mit-Eigentümern. Im Juni 2022 zog sich das Gut — wie Angélus, Cheval Blanc und Ausone — aus der laufenden Saint-Émilion-Klassifikation zurück; seither trägt das Etikett nur noch die Appellation Saint-Émilion Grand Cru, ohne die zuvor geführte Einstufung Premier Grand Cru Classé B.