
Jahrgang 1961
Frankreich·Bordeaux·Saint-Emilion Grand Cru
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Anmelden — du kommst direkt hierher zurückDer 1961er gilt als einer der grossen Jahrgänge dieser Lage aus den frühen 1960er-Jahren, damals noch unter dem Namen Gaffelière-Naudes abgefüllt. In der Nase zeigen sich Zigarrenkiste, Trüffel, Süssholz und dunkle Pflaumen, am Gaumen wirkt der Wein konzentriert mit einem cremigen, erdigen, pflaumigen Abgang. Je nach Flasche variiert die Qualität allerdings deutlich: eine jüngst verkostete Flasche mit dem historischen Naudes-Etikett zeigte sich auf diesem Niveau strahlend, während eine ältere Verkostung einer Flasche ohne diesen Zusatz merklich zurückhaltender ausfiel, mit würzigen, rauchigen, dunkelbeerigen Noten und einem von Kaffee und Kakao geprägten Abgang. Insgesamt bleibt der 1961er in seiner besten Form aber ein kraftvoller, komplexer Wein mit beachtlichem Reifepotenzial.
Bordeaux 1961
Ein Frost Ende Mai traf die Reben nach der Blüte und drückte den Ertrag auf einen Bruchteil, dann folgten heisser August und trockener September: 1961 brachte kleinste Mengen extrem konzentrierter Weine. Der Bezugspunkt für reifen Bordeaux, mit dem linken Ufer an der Spitze.
Am 17. November 1705 heiratete Louis Malet de Roquefort Isabeau de Bonneau, Tochter des Saint-Émilion-Bürgermeisters und Gaffelière-Besitzers Hélie de Bonneau — seither führt die Familie Malet Roquefort das Gut, wie es die eigene Chronik des Hauses festhält. Der Name geht auf das 11. Jahrhundert zurück: Aussätzige, «Gaffets» genannt nach den Gehstöcken («Gaffes»), die sie brauchten, fanden hier ausserhalb der Stadtmauern Zuflucht in einem Leprosenhaus, auf dessen Grundmauern das heutige Château steht. 1969 kamen im Weinberg die Mosaike einer gallo-römischen Villa zum Vorschein, die Rebbau auf diesem Boden bis ins 4. Jahrhundert zurückverfolgen lassen — Spuren, die manche mit dem Landsitz des Dichterkonsuls Ausonius in Verbindung bringen, dem Namensgeber des benachbarten Château Ausone. Das Gut liegt im «goldenen Dreieck» zwischen den Hügeln von Pavie und Ausone, auf Kalk- und Lehmböden, die einem von Merlot geprägten Verschnitt mit Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon Struktur geben. 1959 kam Léo de Malet Roquefort zu seiner ersten Ernte nach La Gaffelière, 2011 holte er seinen Sohn Alexandre dazu; nach rund 15-jähriger Neuausrichtung führt Alexandre das Gut heute zusammen mit seinen Geschwistern Bérangère und Guillaume als Mit-Eigentümern. Im Juni 2022 zog sich das Gut — wie Angélus, Cheval Blanc und Ausone — aus der laufenden Saint-Émilion-Klassifikation zurück; seither trägt das Etikett nur noch die Appellation Saint-Émilion Grand Cru, ohne die zuvor geführte Einstufung Premier Grand Cru Classé B.