
Jahrgang 2002
Frankreich·Bordeaux·Saint-Emilion Grand Cru
89
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Anmelden — du kommst direkt hierher zurückDer 2002er stammt aus einem kühlen, anspruchsvollen Jahrgang und zeigt sich als leichter bis mittelgewichtiger Saint-Émilion mit Aromen von Kirschen, Schokolade und Lakritze. Die Konzentration bleibt bescheiden, der Wein wirkt süss und geschmeidig, ohne grosse Tiefe zu entwickeln. Insgesamt ein unkomplizierter, früh zugänglicher Wein ohne grosses Lagerpotenzial.
Bordeaux 2002
Kälte und Regen zur Blüte kosteten den Merlot am rechten Ufer 60 bis 70 Prozent der Ernte, ein kalter Sommer verzögerte die Reife; erst ein trockener Herbst von September bis Mitte Oktober holte sie ein. 2002 ist ein kühler, klassischer Cabernet-Jahrgang mit festem Tannin und unterreifem Unterton — im Médoc klar stärker als am rechten Ufer.
Am 17. November 1705 heiratete Louis Malet de Roquefort Isabeau de Bonneau, Tochter des Saint-Émilion-Bürgermeisters und Gaffelière-Besitzers Hélie de Bonneau — seither führt die Familie Malet Roquefort das Gut, wie es die eigene Chronik des Hauses festhält. Der Name geht auf das 11. Jahrhundert zurück: Aussätzige, «Gaffets» genannt nach den Gehstöcken («Gaffes»), die sie brauchten, fanden hier ausserhalb der Stadtmauern Zuflucht in einem Leprosenhaus, auf dessen Grundmauern das heutige Château steht. 1969 kamen im Weinberg die Mosaike einer gallo-römischen Villa zum Vorschein, die Rebbau auf diesem Boden bis ins 4. Jahrhundert zurückverfolgen lassen — Spuren, die manche mit dem Landsitz des Dichterkonsuls Ausonius in Verbindung bringen, dem Namensgeber des benachbarten Château Ausone. Das Gut liegt im «goldenen Dreieck» zwischen den Hügeln von Pavie und Ausone, auf Kalk- und Lehmböden, die einem von Merlot geprägten Verschnitt mit Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon Struktur geben. 1959 kam Léo de Malet Roquefort zu seiner ersten Ernte nach La Gaffelière, 2011 holte er seinen Sohn Alexandre dazu; nach rund 15-jähriger Neuausrichtung führt Alexandre das Gut heute zusammen mit seinen Geschwistern Bérangère und Guillaume als Mit-Eigentümern. Im Juni 2022 zog sich das Gut — wie Angélus, Cheval Blanc und Ausone — aus der laufenden Saint-Émilion-Klassifikation zurück; seither trägt das Etikett nur noch die Appellation Saint-Émilion Grand Cru, ohne die zuvor geführte Einstufung Premier Grand Cru Classé B.