
Jahrgang 1964
Frankreich·Bordeaux·Saint-Emilion Grand Cru
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Anmelden — du kommst direkt hierher zurückDer 1964er zeigt sich in mehreren verkosteten Flaschen als reif, aber stabil erhalten. Die Nase ist von Pflaumen, Tabak sowie erdigen, steinig-mineralischen Tönen geprägt, dazu Kräuternuancen. Am Gaumen wirkt der Wein samtig und weich, mit saftiger, reifer Frucht. Der Abgang ist lang und anhaltend. Der Jahrgang befindet sich damit auf dem Höhepunkt seiner Trinkreife.
Abgang mittel + · Komplexität mittel +
Bordeaux 1964
Der Jahrgang der zwei Gesichter. Bis in den Oktober zeichnete sich ein grosses Jahr ab, dann setzte am 8. Oktober Regen ein und hielt wochenlang an. Wer vorher fertig war, vor allem Pomerol, machte konzentrierte, langlebige Weine; das spät lesende Médoc brachte grüne, verwässerte Weine ein.
Am 17. November 1705 heiratete Louis Malet de Roquefort Isabeau de Bonneau, Tochter des Saint-Émilion-Bürgermeisters und Gaffelière-Besitzers Hélie de Bonneau — seither führt die Familie Malet Roquefort das Gut, wie es die eigene Chronik des Hauses festhält. Der Name geht auf das 11. Jahrhundert zurück: Aussätzige, «Gaffets» genannt nach den Gehstöcken («Gaffes»), die sie brauchten, fanden hier ausserhalb der Stadtmauern Zuflucht in einem Leprosenhaus, auf dessen Grundmauern das heutige Château steht. 1969 kamen im Weinberg die Mosaike einer gallo-römischen Villa zum Vorschein, die Rebbau auf diesem Boden bis ins 4. Jahrhundert zurückverfolgen lassen — Spuren, die manche mit dem Landsitz des Dichterkonsuls Ausonius in Verbindung bringen, dem Namensgeber des benachbarten Château Ausone. Das Gut liegt im «goldenen Dreieck» zwischen den Hügeln von Pavie und Ausone, auf Kalk- und Lehmböden, die einem von Merlot geprägten Verschnitt mit Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon Struktur geben. 1959 kam Léo de Malet Roquefort zu seiner ersten Ernte nach La Gaffelière, 2011 holte er seinen Sohn Alexandre dazu; nach rund 15-jähriger Neuausrichtung führt Alexandre das Gut heute zusammen mit seinen Geschwistern Bérangère und Guillaume als Mit-Eigentümern. Im Juni 2022 zog sich das Gut — wie Angélus, Cheval Blanc und Ausone — aus der laufenden Saint-Émilion-Klassifikation zurück; seither trägt das Etikett nur noch die Appellation Saint-Émilion Grand Cru, ohne die zuvor geführte Einstufung Premier Grand Cru Classé B.