
Jahrgang 1950
Frankreich·Bordeaux·Saint-Emilion Grand Cru
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Anmelden — du kommst direkt hierher zurückDer Jahrgang 1950 gehört in Saint-Émilion zu den grossen, wenig bekannten Nachkriegsjahrgängen: Ein warmer, trockener Sommer liess die Trauben reifen, bevor verspätete Regenfälle die Ernte auf dem Linken Ufer erschwerten – das Rechte Ufer war da bereits geerntet und blieb von den Problemen verschont. Sieben Jahrzehnte später zeigt sich der Wein erstaunlich lebendig: samtig, weich und mit jener seidigen Textur, die nur lange Reife verleiht. Die Nase öffnet sich zu Trüffel, feuchter Erde, Waldboden und Zigarrenkiste, unterlegt von reifer roter Frucht, die sich auf dem Gaumen noch verstärkt. Es ist ein Wein im vollendeten Reifezustand, der sorgfältige Lagerung mit einer seltenen, fast unerwarteten Frische belohnt.
Bordeaux 1950
Ein heisser, trockener Sommer und eine doppelt so grosse Ernte wie im Vorjahr — dann fiel Regen in die Lese. 1950 zerfällt entlang des Erntedatums: Pomerol war früh durch und machte Weine von Rang, im Médoc verdünnte der Regen.
Am 17. November 1705 heiratete Louis Malet de Roquefort Isabeau de Bonneau, Tochter des Saint-Émilion-Bürgermeisters und Gaffelière-Besitzers Hélie de Bonneau — seither führt die Familie Malet Roquefort das Gut, wie es die eigene Chronik des Hauses festhält. Der Name geht auf das 11. Jahrhundert zurück: Aussätzige, «Gaffets» genannt nach den Gehstöcken («Gaffes»), die sie brauchten, fanden hier ausserhalb der Stadtmauern Zuflucht in einem Leprosenhaus, auf dessen Grundmauern das heutige Château steht. 1969 kamen im Weinberg die Mosaike einer gallo-römischen Villa zum Vorschein, die Rebbau auf diesem Boden bis ins 4. Jahrhundert zurückverfolgen lassen — Spuren, die manche mit dem Landsitz des Dichterkonsuls Ausonius in Verbindung bringen, dem Namensgeber des benachbarten Château Ausone. Das Gut liegt im «goldenen Dreieck» zwischen den Hügeln von Pavie und Ausone, auf Kalk- und Lehmböden, die einem von Merlot geprägten Verschnitt mit Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon Struktur geben. 1959 kam Léo de Malet Roquefort zu seiner ersten Ernte nach La Gaffelière, 2011 holte er seinen Sohn Alexandre dazu; nach rund 15-jähriger Neuausrichtung führt Alexandre das Gut heute zusammen mit seinen Geschwistern Bérangère und Guillaume als Mit-Eigentümern. Im Juni 2022 zog sich das Gut — wie Angélus, Cheval Blanc und Ausone — aus der laufenden Saint-Émilion-Klassifikation zurück; seither trägt das Etikett nur noch die Appellation Saint-Émilion Grand Cru, ohne die zuvor geführte Einstufung Premier Grand Cru Classé B.