
Jahrgang 1983
Frankreich·Bordeaux·Saint-Emilion Grand Cru
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Anmelden — du kommst direkt hierher zurückDer 1983er Château La Gaffelière zeigt sich als elegante, strukturierte Saint-Émilion mit tiefgründiger Komplexität. Am Gaumen entfaltet sich eine seidig-weiche Textur mit konzentrierten dunklen Früchten, floralen Noten sowie mineralischen Untertönen. Die Aromatik durchläuft sekundäre Entwicklungen mit Tabak, Gewürzen und feinen teritären Noten von Unterholz und Erde — Zeichen seines fortgeschrittenen Reifungsstadiums. Die Balance zwischen Frucht und Struktur bleibt harmonisch; der Abgang ist lang und saftig.
Noch keine Kritiker-Wertungen.
Intensität mittel + · Abgang mittel + · Komplexität mittel + · Balance mittel +
„Eine Stunde Karafage befreit komplexe Aromen, die Nase entwickelt sich kontinuierlich.“
Bordeaux 1983
Ein heisser, schwüler Sommer mit hohem Fäulnisdruck, gerettet von einem trockenen Herbst. Grosse Menge und ungleiche Qualität: Margaux ist die Gemeinde des Jahres, Sauternes die eigentliche Überraschung.
Am 17. November 1705 heiratete Louis Malet de Roquefort Isabeau de Bonneau, Tochter des Saint-Émilion-Bürgermeisters und Gaffelière-Besitzers Hélie de Bonneau — seither führt die Familie Malet Roquefort das Gut, wie es die eigene Chronik des Hauses festhält. Der Name geht auf das 11. Jahrhundert zurück: Aussätzige, «Gaffets» genannt nach den Gehstöcken («Gaffes»), die sie brauchten, fanden hier ausserhalb der Stadtmauern Zuflucht in einem Leprosenhaus, auf dessen Grundmauern das heutige Château steht. 1969 kamen im Weinberg die Mosaike einer gallo-römischen Villa zum Vorschein, die Rebbau auf diesem Boden bis ins 4. Jahrhundert zurückverfolgen lassen — Spuren, die manche mit dem Landsitz des Dichterkonsuls Ausonius in Verbindung bringen, dem Namensgeber des benachbarten Château Ausone. Das Gut liegt im «goldenen Dreieck» zwischen den Hügeln von Pavie und Ausone, auf Kalk- und Lehmböden, die einem von Merlot geprägten Verschnitt mit Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon Struktur geben. 1959 kam Léo de Malet Roquefort zu seiner ersten Ernte nach La Gaffelière, 2011 holte er seinen Sohn Alexandre dazu; nach rund 15-jähriger Neuausrichtung führt Alexandre das Gut heute zusammen mit seinen Geschwistern Bérangère und Guillaume als Mit-Eigentümern. Im Juni 2022 zog sich das Gut — wie Angélus, Cheval Blanc und Ausone — aus der laufenden Saint-Émilion-Klassifikation zurück; seither trägt das Etikett nur noch die Appellation Saint-Émilion Grand Cru, ohne die zuvor geführte Einstufung Premier Grand Cru Classé B.