
Jahrgang 1998
Frankreich·Bordeaux·Saint-Emilion Grand Cru
90
In deiner Sammlung? Schon verkostet? Passt er zu dir? — Dein Bezug zu diesem Wein erscheint hier, sobald du angemeldet bist.
Anmelden — du kommst direkt hierher zurück1998 gehört am rechten Ufer zu den grossen Jahrgängen: Nach einem verregneten Frühsommer und einem Hagelschlag im August, der eine strenge grüne Lese erzwang, brachten ein warmer, sonniger August und September konzentrierte, reife Weine hervor. Die Nase zeigt reife Zwetschge und einen Hauch von Mineralik und Gewürz, während andere Verkostungen zusätzlich Trüffel, Thymian, Rauch und süsse Kirschen hervorheben. Am Gaumen präsentiert sich der Wein füllig, dicht und mit kräftigen, seidigen Tanninen, im Abgang mit einer leicht warmen, portweinartigen Note.
Bordeaux 1998
Ein kühler Beginn, ein glühender August und Regen genau dann, als das Médoc noch Zeit gebraucht hätte: 1998 gehört dem rechten Ufer. Pomerol und Saint-Émilion brachten dichte, samtige Weine mit mässigem Alkohol, die heute auf ihrem Höhepunkt stehen.
Am 17. November 1705 heiratete Louis Malet de Roquefort Isabeau de Bonneau, Tochter des Saint-Émilion-Bürgermeisters und Gaffelière-Besitzers Hélie de Bonneau — seither führt die Familie Malet Roquefort das Gut, wie es die eigene Chronik des Hauses festhält. Der Name geht auf das 11. Jahrhundert zurück: Aussätzige, «Gaffets» genannt nach den Gehstöcken («Gaffes»), die sie brauchten, fanden hier ausserhalb der Stadtmauern Zuflucht in einem Leprosenhaus, auf dessen Grundmauern das heutige Château steht. 1969 kamen im Weinberg die Mosaike einer gallo-römischen Villa zum Vorschein, die Rebbau auf diesem Boden bis ins 4. Jahrhundert zurückverfolgen lassen — Spuren, die manche mit dem Landsitz des Dichterkonsuls Ausonius in Verbindung bringen, dem Namensgeber des benachbarten Château Ausone. Das Gut liegt im «goldenen Dreieck» zwischen den Hügeln von Pavie und Ausone, auf Kalk- und Lehmböden, die einem von Merlot geprägten Verschnitt mit Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon Struktur geben. 1959 kam Léo de Malet Roquefort zu seiner ersten Ernte nach La Gaffelière, 2011 holte er seinen Sohn Alexandre dazu; nach rund 15-jähriger Neuausrichtung führt Alexandre das Gut heute zusammen mit seinen Geschwistern Bérangère und Guillaume als Mit-Eigentümern. Im Juni 2022 zog sich das Gut — wie Angélus, Cheval Blanc und Ausone — aus der laufenden Saint-Émilion-Klassifikation zurück; seither trägt das Etikett nur noch die Appellation Saint-Émilion Grand Cru, ohne die zuvor geführte Einstufung Premier Grand Cru Classé B.