
Jahrgang 1999
Frankreich·Bordeaux·Saint-Emilion Grand Cru
90
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Anmelden — du kommst direkt hierher zurückDer 1999er zeigt sich als eleganter, feinziselierter Saint-Émilion mit mittlerem Körper und einer Frucht aus Erdbeeren, Kirschen und einem Hauch von Röstaromen. Die Gerbstoffe sind fein und gut eingebunden, das Holz tritt dezent in den Hintergrund. Eine konzentrierte, zunächst recht geschlossene Nase mit Kirsch- und Tabaknoten deutete früh auf ein gewisses Reifepotenzial hin, auch wenn der Wein insgesamt auf frühere Zugänglichkeit angelegt war. Er wurde bereits Mitte der 2010er-Jahre als weitgehend ausgereift eingeschätzt und eignet sich heute nicht mehr für eine lange Lagerung.
Bordeaux 1999
Ein Jahr, das der Regen entschied: nach warmem, trockenem Frühsommer brachten Hagel in Saint-Émilion und ein durchnässter September hohe Erträge und dünne Weine. Sorgfältige Kellerarbeit rettete das Nötigste — heute ist der Jahrgang am Ende seiner Zeit.
Am 17. November 1705 heiratete Louis Malet de Roquefort Isabeau de Bonneau, Tochter des Saint-Émilion-Bürgermeisters und Gaffelière-Besitzers Hélie de Bonneau — seither führt die Familie Malet Roquefort das Gut, wie es die eigene Chronik des Hauses festhält. Der Name geht auf das 11. Jahrhundert zurück: Aussätzige, «Gaffets» genannt nach den Gehstöcken («Gaffes»), die sie brauchten, fanden hier ausserhalb der Stadtmauern Zuflucht in einem Leprosenhaus, auf dessen Grundmauern das heutige Château steht. 1969 kamen im Weinberg die Mosaike einer gallo-römischen Villa zum Vorschein, die Rebbau auf diesem Boden bis ins 4. Jahrhundert zurückverfolgen lassen — Spuren, die manche mit dem Landsitz des Dichterkonsuls Ausonius in Verbindung bringen, dem Namensgeber des benachbarten Château Ausone. Das Gut liegt im «goldenen Dreieck» zwischen den Hügeln von Pavie und Ausone, auf Kalk- und Lehmböden, die einem von Merlot geprägten Verschnitt mit Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon Struktur geben. 1959 kam Léo de Malet Roquefort zu seiner ersten Ernte nach La Gaffelière, 2011 holte er seinen Sohn Alexandre dazu; nach rund 15-jähriger Neuausrichtung führt Alexandre das Gut heute zusammen mit seinen Geschwistern Bérangère und Guillaume als Mit-Eigentümern. Im Juni 2022 zog sich das Gut — wie Angélus, Cheval Blanc und Ausone — aus der laufenden Saint-Émilion-Klassifikation zurück; seither trägt das Etikett nur noch die Appellation Saint-Émilion Grand Cru, ohne die zuvor geführte Einstufung Premier Grand Cru Classé B.