
Jahrgang 2013
Frankreich·Bordeaux·Saint-Emilion Grand Cru
87
In deiner Sammlung? Schon verkostet? Passt er zu dir? — Dein Bezug zu diesem Wein erscheint hier, sobald du angemeldet bist.
Anmelden — du kommst direkt hierher zurückEin von schwierigen Witterungsbedingungen geprägter, leichterer Jahrgang mit frischer Brombeerfrucht, Süssholz, Kirsche und dezenten Holztönen. Der Ausbau erfolgte mit reduziertem Neuholzanteil von rund der Hälfte, was dem Wein eine zugänglichere, weniger wuchtige Statur gibt. Das Tannin ist präsent, aber weniger konzentriert als in den Nachbarjahrgängen. Ein Wein für den frühen bis mittleren Genuss, ohne grosses Lagerpotenzial.
Bordeaux 2013
Ein durchgehend schlechtes Jahr für Rot: kältester und nassester Start seit vierzig Jahren, gestörte Blüte, Sturm und Hagel im Sommer, die kleinste Ernte seit 1991. Die Weine sind leicht und kurz und stehen heute meist am oder über dem Zenit.
Am 17. November 1705 heiratete Louis Malet de Roquefort Isabeau de Bonneau, Tochter des Saint-Émilion-Bürgermeisters und Gaffelière-Besitzers Hélie de Bonneau — seither führt die Familie Malet Roquefort das Gut, wie es die eigene Chronik des Hauses festhält. Der Name geht auf das 11. Jahrhundert zurück: Aussätzige, «Gaffets» genannt nach den Gehstöcken («Gaffes»), die sie brauchten, fanden hier ausserhalb der Stadtmauern Zuflucht in einem Leprosenhaus, auf dessen Grundmauern das heutige Château steht. 1969 kamen im Weinberg die Mosaike einer gallo-römischen Villa zum Vorschein, die Rebbau auf diesem Boden bis ins 4. Jahrhundert zurückverfolgen lassen — Spuren, die manche mit dem Landsitz des Dichterkonsuls Ausonius in Verbindung bringen, dem Namensgeber des benachbarten Château Ausone. Das Gut liegt im «goldenen Dreieck» zwischen den Hügeln von Pavie und Ausone, auf Kalk- und Lehmböden, die einem von Merlot geprägten Verschnitt mit Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon Struktur geben. 1959 kam Léo de Malet Roquefort zu seiner ersten Ernte nach La Gaffelière, 2011 holte er seinen Sohn Alexandre dazu; nach rund 15-jähriger Neuausrichtung führt Alexandre das Gut heute zusammen mit seinen Geschwistern Bérangère und Guillaume als Mit-Eigentümern. Im Juni 2022 zog sich das Gut — wie Angélus, Cheval Blanc und Ausone — aus der laufenden Saint-Émilion-Klassifikation zurück; seither trägt das Etikett nur noch die Appellation Saint-Émilion Grand Cru, ohne die zuvor geführte Einstufung Premier Grand Cru Classé B.