
Jahrgang 2003
Frankreich·Bordeaux·Saint-Emilion Grand Cru
90
In deiner Sammlung? Schon verkostet? Passt er zu dir? — Dein Bezug zu diesem Wein erscheint hier, sobald du angemeldet bist.
Anmelden — du kommst direkt hierher zurückDer 2003er stammt aus dem aussergewöhnlich heissen Hitzejahrgang und zeigt sich entsprechend breit, voll und füllig, mit Aromen von Trüffel, Tabak, schwarzer Johannisbeere, Karamell und dunklen Kirschen sowie einer Note von Veilchen. Die Frucht wirkt sehr reif und süss, mitunter fast portweinartig, mit spürbarer Wärme und moderaten, teils leicht trockenen Gerbstoffen. Manche Verkostungen loben diesen Jahrgang als eine der besten Leistungen des Guts seit Jahrzehnten, andere fallen deutlich kritischer aus und bemängeln eine gewisse Kochnote. Insgesamt ein kräftiger, üppiger Wein, der eher für den nahen als für den sehr langfristigen Genuss gedacht ist.
Bordeaux 2003
Frankreichs heissester Sommer seit Messbeginn, dazu eine der frühesten Lesen der Bordeaux-Geschichte. Der Jahrgang fällt weit auseinander: grosse Weine auf Ton und Kalk im nördlichen Médoc, ausgebrannte auf tiefem Kies und in Pomerol.
Am 17. November 1705 heiratete Louis Malet de Roquefort Isabeau de Bonneau, Tochter des Saint-Émilion-Bürgermeisters und Gaffelière-Besitzers Hélie de Bonneau — seither führt die Familie Malet Roquefort das Gut, wie es die eigene Chronik des Hauses festhält. Der Name geht auf das 11. Jahrhundert zurück: Aussätzige, «Gaffets» genannt nach den Gehstöcken («Gaffes»), die sie brauchten, fanden hier ausserhalb der Stadtmauern Zuflucht in einem Leprosenhaus, auf dessen Grundmauern das heutige Château steht. 1969 kamen im Weinberg die Mosaike einer gallo-römischen Villa zum Vorschein, die Rebbau auf diesem Boden bis ins 4. Jahrhundert zurückverfolgen lassen — Spuren, die manche mit dem Landsitz des Dichterkonsuls Ausonius in Verbindung bringen, dem Namensgeber des benachbarten Château Ausone. Das Gut liegt im «goldenen Dreieck» zwischen den Hügeln von Pavie und Ausone, auf Kalk- und Lehmböden, die einem von Merlot geprägten Verschnitt mit Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon Struktur geben. 1959 kam Léo de Malet Roquefort zu seiner ersten Ernte nach La Gaffelière, 2011 holte er seinen Sohn Alexandre dazu; nach rund 15-jähriger Neuausrichtung führt Alexandre das Gut heute zusammen mit seinen Geschwistern Bérangère und Guillaume als Mit-Eigentümern. Im Juni 2022 zog sich das Gut — wie Angélus, Cheval Blanc und Ausone — aus der laufenden Saint-Émilion-Klassifikation zurück; seither trägt das Etikett nur noch die Appellation Saint-Émilion Grand Cru, ohne die zuvor geführte Einstufung Premier Grand Cru Classé B.