
Jahrgang 2016
Frankreich·Bordeaux·Saint-Emilion Grand Cru
93
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Anmelden — du kommst direkt hierher zurückDer 2016er präsentiert sich tief rubinfarben, üppig und geschliffen, mit Akzenten von zerstossenem Gestein und floralen Noten. Am Gaumen zeigt der Wein Erde, Gewürze, frische Pilznoten und ein straffes, kaubares Tannin, das auf ein langes Lagerpotenzial hindeutet. Brombeere, Zedernholz und Tabak runden das Bild ab, begleitet von feiner Säure und einer beeindruckenden Fruchtreinheit. Ein kraftvoller, ernster Jahrgang mit niedrigerem Alkoholgehalt, der Geduld verdient und zu den besten der Dekade zählt.
Bordeaux 2016
Zwei Halbjahre, die gegensätzlicher kaum sein könnten: Rekordregen bis Juni, dann fast zwölf Wochen Trockenheit. Das Ergebnis sind dichte, aromatische Weine mit feinem Tannin und moderatem Alkohol — im nördlichen Médoc besonders stark.
Am 17. November 1705 heiratete Louis Malet de Roquefort Isabeau de Bonneau, Tochter des Saint-Émilion-Bürgermeisters und Gaffelière-Besitzers Hélie de Bonneau — seither führt die Familie Malet Roquefort das Gut, wie es die eigene Chronik des Hauses festhält. Der Name geht auf das 11. Jahrhundert zurück: Aussätzige, «Gaffets» genannt nach den Gehstöcken («Gaffes»), die sie brauchten, fanden hier ausserhalb der Stadtmauern Zuflucht in einem Leprosenhaus, auf dessen Grundmauern das heutige Château steht. 1969 kamen im Weinberg die Mosaike einer gallo-römischen Villa zum Vorschein, die Rebbau auf diesem Boden bis ins 4. Jahrhundert zurückverfolgen lassen — Spuren, die manche mit dem Landsitz des Dichterkonsuls Ausonius in Verbindung bringen, dem Namensgeber des benachbarten Château Ausone. Das Gut liegt im «goldenen Dreieck» zwischen den Hügeln von Pavie und Ausone, auf Kalk- und Lehmböden, die einem von Merlot geprägten Verschnitt mit Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon Struktur geben. 1959 kam Léo de Malet Roquefort zu seiner ersten Ernte nach La Gaffelière, 2011 holte er seinen Sohn Alexandre dazu; nach rund 15-jähriger Neuausrichtung führt Alexandre das Gut heute zusammen mit seinen Geschwistern Bérangère und Guillaume als Mit-Eigentümern. Im Juni 2022 zog sich das Gut — wie Angélus, Cheval Blanc und Ausone — aus der laufenden Saint-Émilion-Klassifikation zurück; seither trägt das Etikett nur noch die Appellation Saint-Émilion Grand Cru, ohne die zuvor geführte Einstufung Premier Grand Cru Classé B.