
Jahrgang 2008
Frankreich·Bordeaux·Saint-Emilion Grand Cru
91
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Anmelden — du kommst direkt hierher zurückDer 2008er zeigt sich mittelgewichtig und zugänglich, mit saftigen Pflaumen- und Gewürznoten, einem Hauch von Erde und einem Röstaroma, das an Kaffee erinnert. Die Frucht ist weich und poliert, das Tannin fein eingebunden, sodass der Wein bereits in jungen Jahren Trinkfreude bereitet. Ein eleganter, unkomplizierter Jahrgang ohne grosse Wucht, der die Handschrift des Terroirs zeigt, aber nicht zu den grossen La-Gaffelière-Jahrgängen zählt.
Bordeaux 2008
Ein kühler, nasser Sommer, den ein aussergewöhnlich langer, trockener Herbst noch rettete. Das Ergebnis sind mittelgewichtige, rotfruchtige Weine mit klassischen Proportionen — am rechten Ufer, vor allem in Pomerol, deutlich stärker als im Médoc.
Am 17. November 1705 heiratete Louis Malet de Roquefort Isabeau de Bonneau, Tochter des Saint-Émilion-Bürgermeisters und Gaffelière-Besitzers Hélie de Bonneau — seither führt die Familie Malet Roquefort das Gut, wie es die eigene Chronik des Hauses festhält. Der Name geht auf das 11. Jahrhundert zurück: Aussätzige, «Gaffets» genannt nach den Gehstöcken («Gaffes»), die sie brauchten, fanden hier ausserhalb der Stadtmauern Zuflucht in einem Leprosenhaus, auf dessen Grundmauern das heutige Château steht. 1969 kamen im Weinberg die Mosaike einer gallo-römischen Villa zum Vorschein, die Rebbau auf diesem Boden bis ins 4. Jahrhundert zurückverfolgen lassen — Spuren, die manche mit dem Landsitz des Dichterkonsuls Ausonius in Verbindung bringen, dem Namensgeber des benachbarten Château Ausone. Das Gut liegt im «goldenen Dreieck» zwischen den Hügeln von Pavie und Ausone, auf Kalk- und Lehmböden, die einem von Merlot geprägten Verschnitt mit Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon Struktur geben. 1959 kam Léo de Malet Roquefort zu seiner ersten Ernte nach La Gaffelière, 2011 holte er seinen Sohn Alexandre dazu; nach rund 15-jähriger Neuausrichtung führt Alexandre das Gut heute zusammen mit seinen Geschwistern Bérangère und Guillaume als Mit-Eigentümern. Im Juni 2022 zog sich das Gut — wie Angélus, Cheval Blanc und Ausone — aus der laufenden Saint-Émilion-Klassifikation zurück; seither trägt das Etikett nur noch die Appellation Saint-Émilion Grand Cru, ohne die zuvor geführte Einstufung Premier Grand Cru Classé B.