
Jahrgang 1982
Frankreich·Bordeaux·Saint-Emilion Grand Cru
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Anmelden — du kommst direkt hierher zurückDer 1982er präsentiert sich reif und bereits in einer späten Phase seiner Entwicklung, mit einer vollständig tertiären Nase aus Trüffel, Thymian, Kaffee und Pflaume. Am Gaumen zeigt er sich mittelkräftig, weich, samtig und poliert, mit würzig-erdigen Noten und viel Pflaumenfrucht. Die Nase wirkt dabei deutlich vielschichtiger und lebendiger als der zurückhaltendere Gaumen. Insgesamt wirkt der Jahrgang, als habe er seinen Höhepunkt schon vor einigen Jahren überschritten.
Bordeaux 1982
Der Jahrgang, mit dem die moderne Bordeaux-Ära beginnt: eine grosse, ungewöhnlich reife Ernte aus einem nahezu störungsfreien Jahr. Im nördlichen Médoc und in Pomerol legendär, in Margaux und im Graves uneinheitlich.
Am 17. November 1705 heiratete Louis Malet de Roquefort Isabeau de Bonneau, Tochter des Saint-Émilion-Bürgermeisters und Gaffelière-Besitzers Hélie de Bonneau — seither führt die Familie Malet Roquefort das Gut, wie es die eigene Chronik des Hauses festhält. Der Name geht auf das 11. Jahrhundert zurück: Aussätzige, «Gaffets» genannt nach den Gehstöcken («Gaffes»), die sie brauchten, fanden hier ausserhalb der Stadtmauern Zuflucht in einem Leprosenhaus, auf dessen Grundmauern das heutige Château steht. 1969 kamen im Weinberg die Mosaike einer gallo-römischen Villa zum Vorschein, die Rebbau auf diesem Boden bis ins 4. Jahrhundert zurückverfolgen lassen — Spuren, die manche mit dem Landsitz des Dichterkonsuls Ausonius in Verbindung bringen, dem Namensgeber des benachbarten Château Ausone. Das Gut liegt im «goldenen Dreieck» zwischen den Hügeln von Pavie und Ausone, auf Kalk- und Lehmböden, die einem von Merlot geprägten Verschnitt mit Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon Struktur geben. 1959 kam Léo de Malet Roquefort zu seiner ersten Ernte nach La Gaffelière, 2011 holte er seinen Sohn Alexandre dazu; nach rund 15-jähriger Neuausrichtung führt Alexandre das Gut heute zusammen mit seinen Geschwistern Bérangère und Guillaume als Mit-Eigentümern. Im Juni 2022 zog sich das Gut — wie Angélus, Cheval Blanc und Ausone — aus der laufenden Saint-Émilion-Klassifikation zurück; seither trägt das Etikett nur noch die Appellation Saint-Émilion Grand Cru, ohne die zuvor geführte Einstufung Premier Grand Cru Classé B.