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Jahrgangsbericht

Bordeaux 2013

Bordeaux · 2013 · Stand 03.08.2026

Solider Jahrgang83/100

Ein durchgehend schlechtes Jahr für Rot: kältester und nassester Start seit vierzig Jahren, gestörte Blüte, Sturm und Hagel im Sommer, die kleinste Ernte seit 1991. Die Weine sind leicht und kurz und stehen heute meist am oder über dem Zenit.

Das Jahr

2013 begann mit dem kältesten und nassesten Frühjahr seit über vierzig Jahren. Der Austrieb kam spät, der Mai lag mit rund 12 Grad im Mittel weit unter den üblichen 16,5 Grad. Fäulnis, Verrieseln und Mehltau begleiteten die ganze Phase; einzelne Betriebe beantragten die Erlaubnis, aus der Luft zu behandeln. Die Blüte begann erst in der zweiten Juniwoche und verlief schlecht — schlechter Fruchtansatz und Kleinbeerigkeit waren die Folge, der Merlot litt am stärksten.

Juli und August brachten dann Wärme und Sonne, mit Spitzen um 38 Grad. Unterbrochen wurde diese Phase von zwei Unwettern. Am 26. Juli traf das schwerste Gewitter seit 1999 das Médoc: rund sechzig Millimeter in weniger als einer Stunde, dazu Sturmböen, die von Margaux bis Pauillac Bäume entwurzelten. In der Nacht zum 2. August folgte Hagel, der Teile der Côtes de Castillon und das Entre-Deux-Mers schwer traf. Nach drei warmen Wochen im August kam Ende September weiterer Regen.

Die Ernte

Wegen des Fäulnisdrucks wurde früher gelesen als geplant. Die Region begann die Rotweinlese um den 27. September, den Cabernet Sauvignon ab dem 4. Oktober; in Pauillac war sie zwischen dem 30. September und dem 9. Oktober durch. Die Menge war die kleinste seit 1991 und lag etwa ein Fünftel unter dem Vorjahr, das rund 5,25 Millionen Hektoliter ergeben hatte. Viele Güter stuften die Hälfte bis zwei Drittel ihrer Lese zurück und füllten nur wenig Erstwein ab.

Die Weine

Bei den Rotweinen ist 2013 ein schwacher Jahrgang, und das lässt sich nicht wegreden. Die Weine sind leicht und hell, rotfruchtig, mit schmalem Körper und kurzem Abgang; wo die Reife fehlte, kommt Grünes durch. Die besten Betriebe machten mit strenger Auslese saubere, freundliche Weine — aber keine grossen. Auf Lagerung war dieser Jahrgang nie angelegt.

Die Ufer liegen nah beieinander, mit einem leichten Vorsprung für das rechte; als gelungenste Appellationen gelten Saint-Julien und Pomerol. Die andere Hälfte der Geschichte gehört dem Weiss: die trockenen Weine der Graves gerieten sehr gut, und die edelsüssen Weine aus Sauternes und Barsac sind das Beste, was dieses Jahr hervorgebracht hat — dort begann die Lese ausnahmsweise fast gleichzeitig mit der im Médoc.

Heute im Glas

Dreizehn Jahre sind für diesen Jahrgang viel. Die Rotweine stehen heute überwiegend am Zenit oder darüber: die Frucht wird dünn, das Gerüst tritt hervor, im Médoc deutlicher als am rechten Ufer. Wer noch Flaschen liegen hat, sollte sie zeitnah öffnen und ohne grosse Erwartung — als leichten, kühlen Bordeaux, nicht als Vertreter seiner Appellation. Die edelsüssen Weine stehen ganz anders da; sie sind noch am Anfang.

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