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Bordeaux 2018
Ein Jahr in zwei Hälften: ein nasses, mehltaugeplagtes erstes Halbjahr, dann drei Monate Sonne und Trockenheit. Das Ergebnis sind sehr reife, dichte Weine mit hohem Alkohol und ebenso hoher Säure — und mit Erträgen, die von Gut zu Gut weiter auseinanderklaffen als in jedem anderen grossen Jahr.
Als Nathaniel de Rothschild 1853 das Gut Brane-Mouton in Pauillac ersteigerte und es unter seinem Familiennamen weiterführte, begann die lange Verbindung des Hauses Rothschild mit dem Bordeaux. Der Weinberg liegt nordwestlich von Bordeaux am Rand der Halbinsel Médoc, auf einem flachen Kiesrücken, wo der Cabernet Sauvignon den Ton setzt und von Merlot, Cabernet Franc und einem kleinen Anteil Petit Verdot begleitet wird. 1924 setzte Baron Philippe de Rothschild einen Bruch mit der Gewohnheit durch: Der gesamte Wein wurde von da an im Schloss abgefüllt und nicht mehr fassweise dem Handel überlassen. Zwei Jahrzehnte später liess er das Etikett von einem Künstler gestalten, mit einem «V» für den Sieg und den Worten «Année de la Victoire»; seither trägt jeder Jahrgang ein eigens für Mouton geschaffenes Werk. 1973 kam die Anerkennung, um die das Gut jahrzehntelang gerungen hatte: die Erhebung zum Premier Cru Classé, die einzige Änderung, die die Klassifikation von 1855 je erfahren hat. Kiesboden, dichte Bestockung und der Vorrang des Cabernet Sauvignon sind die Konstanten, an denen sich das Gut seit Generationen ausrichtet.