
Jahrgang 1994 · Cabernet Sauvignon, Merlot, Petit Verdot, Cabernet Franc
Frankreich·Bordeaux·Pauillac
90
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Anmelden — du kommst direkt hierher zurückEin früher, sonniger Vegetationszyklus endete im Regen zwischen dem 7. und 20. September; die Beeren blieben aber intakt und vollreif. Im Glas ist die Farbe dunkel und noch ohne Reifeschimmer, das Bouquet kompakt und lange verhalten, mit schwarzen Beeren, Schwarztee, Lakritze und einem Hauch Trüffel. Am Gaumen wirkt der Wein fleischig und kompakt, gibt wenig frei und zeigt eine leicht kühle, herbe Kante. Das Potenzial ist unverkennbar, doch dieser Jahrgang verlangt Geduld und Luft. Das Etikett dieses Jahrgangs gestaltete Karel Appel.
Intensität mittel · Abgang mittel · Komplexität mittel · Balance mittel
„Grosszügig dekantieren — der Wein braucht Luft, um sich zu öffnen.“
Bordeaux 1994
Ein guter Sommer, dann drei Wochen Dauerregen ab dem 7. September. 1994 ergab feste, herbe Weine mit grünem Tannin und wenig Charme; Pomerol und Pessac-Léognan kamen am besten durch. Der Jahrgang wurde freundlicher aufgenommen, als er verdiente, und ist heute meist über dem Zenit.
Als Nathaniel de Rothschild 1853 das Gut Brane-Mouton in Pauillac ersteigerte und es unter seinem Familiennamen weiterführte, begann die lange Verbindung des Hauses Rothschild mit dem Bordeaux. Der Weinberg liegt nordwestlich von Bordeaux am Rand der Halbinsel Médoc, auf einem flachen Kiesrücken, wo der Cabernet Sauvignon den Ton setzt und von Merlot, Cabernet Franc und einem kleinen Anteil Petit Verdot begleitet wird. 1924 setzte Baron Philippe de Rothschild einen Bruch mit der Gewohnheit durch: Der gesamte Wein wurde von da an im Schloss abgefüllt und nicht mehr fassweise dem Handel überlassen. Zwei Jahrzehnte später liess er das Etikett von einem Künstler gestalten, mit einem «V» für den Sieg und den Worten «Année de la Victoire»; seither trägt jeder Jahrgang ein eigens für Mouton geschaffenes Werk. 1973 kam die Anerkennung, um die das Gut jahrzehntelang gerungen hatte: die Erhebung zum Premier Cru Classé, die einzige Änderung, die die Klassifikation von 1855 je erfahren hat. Kiesboden, dichte Bestockung und der Vorrang des Cabernet Sauvignon sind die Konstanten, an denen sich das Gut seit Generationen ausrichtet.